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Unsere Erfahrungen

Trotz unserer vielen auch von rumänischer Seite immer wieder gelobten, zukunftsweisenden Projekte leidet unsere Arbeit seit Jahren unter der restriktiven, teilweise auch NGO-feind-
lichen Politik in Rumänien. So haben wir für die Betreuung der Menschen mit Behinderung in den Wohnhäusern, Apartments und den Wohnmodulen in Cadea seit Beginn der sogenannten Externalisierung nur sehr geringe Standarderstattungen des Staates erhalten, die die laufenden Kosten, bedingt durch die Inflation und ständig wachsende neue gesetzliche Auflagen, in keiner Weise mehr gedeckt haben. Eine Anpaasung erfolgte nur mit extremer zeitlicher Verzögerung, während vergleichbare staatliche Einrichtungen Zuschüsse für ihren Betrieb erhalten haben, die vier- bis fünfmal höher liegen.

Die Folge ist, dass wir an unsere Mitarbeiter in all unseren Teileinrichtungen nur deutlich geringere Löhne auszahlen können als die staatlichen Einrichtungen, in denen die Mitarbeitenden in vergleichbaren Positionen das Doppelte bis Dreifache verdienen. Eine Reihe unserer Projekte, wie das Tageszentrum, das Auszugsprojekt und der Treffpunkt, werden überhaupt nicht finanziert und erhalten allenfalls einen geringen Jahreszuschuss durch die Kommune, so dass sie komplett auf Fördermittel und Spenden aus Deutschland angewiesen sind.    

Nach 19 Monaten Warten und Bezuschussung des laufenden Betriebs durch deutsche Spenden, erhalten wir ab September 2020 kostendeckende, aber immer noch unter dem Niveau der staatlichen Einrichtungen liegende Erstattungen für unsere Wohneinrichtungen in Oradea, Sacueni und Cadea, weiterhin jedoch nicht für das Tageszentrum und den Treffpunkt.

Dennoch machen wir weiter: zum einen, weil viele Menschen mit Behinderung, sowie ihre Angehörigen, alle Hoffnungen auf uns setzen, zum anderen weil unser rumänisches Leitungsteam vor Ort und unsere rumänischen Mitarbeiter in den Teilprojektes wunderbare Arbeit machen, engagiert sind und sich mit dieser Arbeit identifizieren. Und: die Hoffnung, dass der EU-Staat Rumänien doch langsam seine Strukturen ändert, haben wir nicht aufgegeben.