Fortbildungen II. Halbjahr 2010
Basale Stimulation – basale Kommunikation – ein kombiniertes Konzept für den Umgang mit schwerst mehrfach behinderten Menschen
Manchmal erleben wir in der Assistenz von schwerst mehrfach behinderten Menschen Verhaltensweisen, die wir kaum verstehen, die uns sogar an die Grenzen unserer Belastbarkeit führen. Es fällt schwer, dann noch empathisch zu bleiben und professionell zu handeln. Wenn wir unseren Klienten auf der Ebene begegnen wollen, auf der sie uns begegnen, ist es hilfreich, Verständnis für ihre Wahrnehmungs-, Kommunikations- und emotionalen Verarbeitungsmöglichkeiten zu entwickeln. Die Fortbildung gibt einen Einblick in die Wahrnehmungswelt und die Kommunikationsformen der schwerst mehrfach behinderten Menschen und erweitert durch ein tieferes Verständnis der emotionalen Befindlichkeit das Handlungsrepertoire von Assistenten. Wie funktioniert die Wahrnehmung bzw. Sinnenswahrnehmung überhaupt? Wie drückt ein schwerst mehrfach behinderter Mensch aus, wenn er sich unwohl fühlt oder Angst hat? Die Fortbildung ermöglicht ein besseres Verständnis dieser Themenbereiche durch theoretischen Input und Selbsterfahrungsanteile, so dass die Teilnehmer sensibilisiert werden für diese besondere Form der Beziehungsgestaltung.
Di: 17.08.2010, 09:30 bis 15:30 Uhr
Referentin: Ute Roegener, Lehrerin
Kosten: 60,- €
Von lauten und leisen Krisen - Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten in der Assistenz von Menschen mit geistiger Behinderung
Schubsen, Treten, Spucken, Schreien oder aber plötzlicher Rückzug, völlige Verweigerung, Kommunikationslosigkeit bis hin zu autoaggressiven Verhaltensweisen. Dies sind Szenarien, denen Begleiter im Rahmen ihrer täglichen Assistenzdienstleistungen immer wieder begegnen können und die sie dann immer wieder aufs Neue herausfordern. Wie kann es dazu kommen? Welchen Sinn und Zweck hat ein solches Verhalten für den Menschen mit geistiger Behinderung? Was wiederum löst ein solches Verhalten beim Assistenten und Begleiter aus und wie kann pädagogisch sinnvoll mit Verhaltensauffälligkeiten und Aggressionen umgegangen werden? Anhand von Beispielen und Übungen gibt es die Möglichkeit, auffälligen Verhaltensweisen nachzuspüren und damit etwas von ihren Aussagen und ihrem Sinn zu verstehen. Dieses tiefgreifende Verstehen unterstützt den Prozess neue Handlungsstrategien zu entwickeln und auszuprobieren. Einen breiten Raum sollen Fallbeispiele aus der praktischen Arbeit bilden.
Mi: 01.09.2010, 09:30 bis 16:30 Uhr
Do: 02.09.2010, 09:30 bis 16:30
Referntin: Monika Gerstner, Dipl. Päd.
Kosten: 150,- €
"Seelische Traumata und ihre Folgen bei Menschen mit geistiger Behinderung"
Behinderte Menschen sind besonders oft Erfahrungen ausgesetzt, die seelisch schwer verletzend wirken können und dann entsprechende Folgen haben. In diesem Seminar stehen folgende Themen im Vordergrund: Was versteht man unter einem seelischen Trauma und welche Auswirkungen hat es für die Betroffenen? Wie äußern sich Traumafolgen bei geistig behinderten Menschen? Wie kann eine angemessene Begleitung traumatisierter geistig behinderter Menschen gestaltet werden? Das Seminar versteht sich als Annäherung und Überblick über das Thema. Fragen, Erfahrungen und Berichte aus der Praxis sind willkommen.
Mi: 08.09.2010, 09:30 bis 16:00 Uhr
Referntin: Bettina Saathoff, Dipl. Psych.
Kosten: 70,- €
Autismus braucht eine Antwort
Menschen mit Autismus haben besondere Schwierigkeiten, mit ihrer Umgebung in Kontakt zu treten. Manchmal wirkt es so, als habe sich der autistisch erlebende Mensch ganz von uns zurückgezogen. Das macht es schwer, ihn professionell in der Assistenz zu begleiten.In dieser Fortbildung soll es darum gehen, ein besseres Verständnis für die spezifischen Belange und Bedürfnisse von Menschen mit Autismus zu entwickeln und passende Begleitungsmöglichkeiten zu finden. Was ist Autismus überhaupt? Welche Antwort(en) gibt es?
Di: 21.09.2010, 09:00 bis 16:30 UhrReferentin: Ute Roegener, Lehrerin
Kosten: 75,- €
Schwierige Gespräche erfolgreich führen
Jeder kennt die Situation: ein schwieriges Gespräch steht bevor und allein der Gedanke daran sorgt für Magenschmerzen, Herzrasen und / oder feuchte Hände. Eltern-, Angehörigen-, Beratungs- und Kritikgespräche, Leistungsbeurteilungen und erst recht Aussprachen über Konflikte bedingen eine sorgfältige Vorbereitung. Darüber hinaus erfordern sie Feingefühl für die Situation und Wachsamkeit für Zwischentöne. In dieser Fortbildung geht es darum, wie Mitarbeiter, Teamleiter und Führungskräfte schwierige Gespräche mit einem, zwei oder mehreren Gesprächspartnern konstruktiv gestalten können. Hierzu werden grundlegende Modelle der menschlichen Kommunikation, Moderation und Gesprächsführung in unterschiedlichen Gesprächssituationen vermittelt und anhand eigener Fallbeispiele aus der Praxis der Teilnehmer geübt und reflektiert. Die Fortbildung richtet sich grundsätzlich an alle Beschäftigten der Evangelischen Stiftung Alsterdorf.
Do: 23.09.2010, 09:00 bis 17:00 Uhr und
Fr: 24.09.2010, 09:00 bis 17:00 Uhr
Referent: Jens Wittpennig, Dipl. Soz.-Päd., Dipl.Psych.
Kosten: 160,- €
Praxisaustausch und Anleitung Autismus, Aufbauseminar
Sie haben an Fortbildungen/Seminaren zum Thema „Autismus/Autismus braucht eine Antwort“ teilgenommen und in Ihrem Arbeitsalltag Erfahrungen gesammelt.
In einer Praxisgruppe besteht die Gelegenheit zum Austausch über die praktische Arbeit und den sich daraus ergebenden Fragestellungen, Problemsituationen sowie positiven Erfahrungen. Sie haben die Möglichkeit, im gemeinsamen Austausch mit unterstützender Begleitung und Beratung Anregungen für die praktische Arbeit mit Ihren Klienten aufzugreifen und Anleitung für ein individuelles Begleitkonzept zu erhalten.
Di: 28.09.2010, 14:00 bis 17:00 Uhr und / oder
Di: 12.10.2010, 14:00 bis 17:00 Uhr und / oder
Di: 07.12.2010; 14:00 bis 17:00 Uhr
Referentin: Ute Roegener, Lehrerin
Kosten: jeweils 40,- €
Ist das überhaupt eine Psychose?
Der Beginn einer Psychose verläuft gewöhnlich schleichend. Seltsame Dinge passieren und seltsame Gedanken gehen den Betroffenen durch den Kopf. Am Anfang denken sie, dass sie sich das alles nur einbilden. Sie versuchen sich normal zu verhalten. Aber nach und nach macht es ihnen immer mehr Angst und sie werden immer verwirrter. Irgendetwas stimmt nicht, aber die Betroffenen wissen nicht, was das ist…
Eine Psychose aus dem schizophrenen Formenkreis ist eine schwere seelische Erkrankung, die meist nicht aus eigener Kraft bewältigt werden kann. Das Denken, Fühlen, Wollen und Handeln des Menschen ist betroffen. Es werden sog. Plus- und Minus-Symptome im Rahmen einer schizophrenen Erkrankung sowie Behandlungsmöglichkeiten erklärt. Ferner werden Ursachen wie das Vulnerabilitäts-Stress-Bewältigungsmodell, die sog. Dopaminhyothese und psychodynamische Erklärungsansätze vermittelt. Fallbeispiele aus der praktischen Arbeit von Teilnehmer(inn)en sind ausdrücklich erwünscht. Überlegungen für den Arbeitsalltag sollen abgeleitet und diskutiert werden. Die Fortbildung richtet sich an alles Berufsgruppen sozialer Einrichtungen, welche mit dieser Klientel bereits Erfahrung haben oder machen wollen.
Referentin: Kerstin Hahlweg, Dipl. Psych.
Kosten: 80,- €
Das Asperger Syndrom - eine Variante des Autsimus
Menschen mit Asperger Syndrom werden oftmals mit besonderen Schwierigkeiten in ihrem Leben konfrontiert. Einerseits verfügen sie über ausgeprägte Begabungen bis hin zum Genie – sie sind Experten in einem Spezialgebiet. Andererseits fehlt aber den meisten die Fähigkeit, soziale Kontakte, Beziehungen mit anderen Menschen einzugehen – sie werden zu Außenseitern. Diese Diskrepanz führt zu Problemlagen mit unterschiedlicher individueller Ausprägung. Die Fortbildung widmet sich inhaltlich den spezifischen Eigenheiten und besonderen Entwicklungsanforderungen des AS. Es werden Problemlösungsansätze hinsichtlich verschiedener Bezugssysteme vorgestellt, die Anregungen für eine angemessene individuelle Begleitung und Unterstützung in den jeweiligen Praxisfeldern bieten. Fallbeispiele und Fragestellungen aus der Praxis sind wünschenswert.
Di: 26.10.2010, 09:30 bis 16:30 Uhr
Referntin: Ute Rögener, Lehrerin
Kosten: 75,- €
Psychische Störungen bei Menschen mit geistiger Behinderung
Menschen mit geistiger Behinderung haben ein erhöhtes Risiko psychische Störungen zu entwickeln. Dieses Seminar bietet eine Einführung in die Thematik. Es geht darum, psychische Störungen zu erkennen und zu verstehen. Voraussetzung dafür ist eine adäquate Einschätzung des jeweiligen kognitiven und sozial-emotionalen Entwicklungsstandes des geistig behinderten Menschen. Ziel ist es, besser unterscheiden zu können, was eine psychische Störung ist, und welches Verhalten Ausdruck der jeweiligen Entwicklungsstufe ist. Des Weiteren soll es darum gehen, belastende Erfahrungen in Vergangenheit und Gegenwart zu erkennen und im Zusammenhang mit aktuellen psychischen Problemen zu sehen. Zusätzlich zur Informationsvermittlung soll das Erlernte anhand von Fallgeschichten vertieft werden.
Mi: 10.11.2010, 09:00 bis 16:30
Referentin: Bettina Saathoff, Dipl. Psych.
Kosten: 80,- €
Borderline-Persönlichkeitsstörungen
"Ich hasse dich, verlass mich nicht“.
Diese Aussage wirft einen Blick auf die spezifischen Schwierigkeiten von Menschen mit BPS bei der Regulation von Emotionen und Beziehungen.
In dem Seminar werden das klinische Bild incl. der unterschiedlichen Symptome und die Besonderheiten im Umgang mit diesem Klientel beleuchtet.
Mi: 17.11.2010, 09:00 bis 16:30 Uhr
Referentin: Kerstin Hahlweg, Dipl. Psych.
Kosten: 80,- €
Depression und geistige Behinderung - Entstehungsbedingungen / Symptomatik / Hilfsansätze
„Gar nicht gut! Gar nicht gut!“, sagt eine Frau mittleren Alters mit Down Syndrom. Sie will nicht mehr aufstehen, sie will nicht mehr zur Arbeit, sie verweigert zunehmend jeglichen Kontakt. Fachleute gehen davon aus, dass Depression bei Menschen mit geistiger Behinderung die häufigste psychische Störung darstellen. Dennoch findet dieses Thema wenig Beachtung in der Arbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung.
Dieses Seminar sensibilisiert für diese Thematik und befasst sich mit den Entstehungsbedingungen, mit der Symptomatik sowie Ansätzen der Hilfe im Rahmen eines mehrperspektivischen interdisziplinären Vorgehens.
Mi: 24.11.2010, 09:30 bis 16:30 Uhr und
Do: 25.11.2010, 09:30 bis 16:30 Uhr
Referentin: Monika Gerstner, Dipl. Päd.
Kosten: 150,- €
Demenz bei Menschen mit geistiger Behinderung
Menschen mit geistiger Behinderung werden alt – zwischen Normalität und Herausforderung
Die Arbeit mit an Demenz erkrankten Menschen erfordert ein erhebliches Maß an Verständnis, Geduld und Sachverstand. Nachdem das Thema Demenz – bedingt durch die demographische Entwicklung – in den vergangenen Jahren stark in die Aufmerksamkeit von Pflegenden, Angehörigen und Medizinern gerückt ist, gewinnt es mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung nun auch i in der Behindertenhilfe an Bedeutung. Hier gilt es nun zunehmend Menschen mit geistiger Behinderung in ihren dementiellen Prozessen angemessen zu begleiten, um Lebensqualität und Teilhabe an der Gemeinschaft weiterhin zu ermöglichen. Die Herausforderung wird künftig darin bestehen zu überprüfen, inwiefern die Erfahrungen und Erkenntnisse, die in der Auseinandersetzung mit nichtbehinderten Klienten gewonnen werden konnten, nun auf Menschen mit geistiger Behinderung übertragen werden können oder ob neue und andere Konzepte zu entwickeln sind.Dazu soll in dieser Fortbildung ein erster Schritt getan werden. Basierend auf grundlegenden Kenntnissen und damit auch einem erweiterten Verständnis der Problematik können Betreuungskonzepte entwickelt und realisiert werden. In dieser Fortbildung werden einführend grundlegende Kenntnisse vermittelt zu den Themen:
- Formen, Ursachen von Demenz
- Symptome – was erleben die Betroffenen selbst, was ist zu beobachten
- Demenz bei geistiger Behinderung – was ist anders?
- Häufige Probleme und Möglichkeiten sinnvoller Interventionen
Referentin: Vivian Keim, Dipl. Psych.
Kosten: 75,- €
Palliative Care - Umgang mit Tod und Sterben bei Menschen mit Behinderung
Im Geborenwerden und im Sterben sind wir alle gleich, ob behindert oder nicht. Wir brauchen hierfür keine Extras. Dennoch sollte alles Wissen der Behindertenhilfe und der Hospizarbeit genutzt werden, um die Bedingungen des Älterwerdens und des Sterbens von Menschen mit Behinderung an ihrem jeweiligen Wohnort zu verbessern.
Was heißt „Sterben zu Hause“ für Menschen mit Behinderung?
Was ist Sterbebegleitung, was ist Sterbehilfe? Welchen Stellenwert haben Patientenverfügungen?
Was brauche ich zur Begleitung schwer kranker und sterbender Menschen? Wie kann ich die Methode der Lebensbilanzarbeit nutzen?
Wie rede ich über Tod und Sterben? Wie gehe ich mit Trauer um?
Was bieten Palliativmedizin und Hospizversorgung? Wie können diese Erfahrungen in die Arbeit der Behindertenhilfe integriert werden?
Do: 02.12.2010, 09:00 bis 17:00 Uhr und
Fr: 03.12.2010, 09:00 bis 16:00 Uhr
Referent: Dr. Michael Wunder, Dipl. Psych.
Kosten: 150,- €
und hier finden Sie das Formular, mit dem Sie sich bitte schriftlich anmelden!